Singakademie Saulheim

Das Schott Werksorchester spielt in der Saulheimer Sängerhalle

Mit einem breit gefächerten Programm und fließenden Übergängen begeisterte das Schott Werksorchester bei seinem Auftritt in der Sängerhalle in Saulheim.

Musical-Querschnitte wie Alan Merkens Highlights aus „Die Schöne und das Biest“ oder der Beatles Song „Hey Jude“ sind in der Regel nicht für ein Blasorchester geschrieben. Ein Klangkörper wie das „Schott Werksorchester“ mit seinen nahezu 40 Bläsern an Tuben, Saxofonen, Trompeten, Flöten, Hörnern, Posaunen und anderen Instrumenten sowie Schlagzeuge und Bass ist auf Spezialliteratur angewiesen. Die wiederum profitiert von klugen Arrangements, die die Original-Melodien bewahrt und gleichzeitig das Harmonieschema für die Musiker transponiert.

Von Marsch bis Musical, von traditionell bis modern

Fast zwei Stunden begeisterte das Schott-Orchester in der Saulheimer Sängerhalle das Publikum der Singakademie mit einem bunten und routinierten Programm von Marsch bis Musical, von traditionell bis modern. Die Arrangements waren gelungen, die Übergänge in den Medleys von Johann Strauß (Sohn) und Liedern von Tom Jones und Neil Diamond nahezu nahtlos.
Karlheinz Lang leitete das Orchester beim Benefizkonzert des Liederkranzes mit leichter Hand bei den Songs, energisch bei Märschen und Polkas. Das Publikum ließ das Orchester mit stehendem Applaus nicht ohne Zugabe von der Bühne. Das Schott Werksorchester kam dieser Bitte gerne mit der Komposition „Musik ist Trumpf“ nach, mit der es den unterhaltsamen Abend eröffnet hatte.

Das Orchester

Das Schott Werksorchester wurde 1953 gegründet. Es besteht je nach Termin aus 35 bis 45 Mitgliedern, überwiegend jetzige oder ehemalige Werksangehörige. Das Orchester bildet nicht aus. Es nimmt nur „fertige“ Musiker auf. Mitmachen kann jeder.

Das balladeske „Hey Jude“ von Paul McCartney und John Lennon erklang im Arrangement von Naohiro Iwai in der tragenden Melodie vertraut, aber mit einem nahezu unkenntlichen, reizvollen Finale. Von demselben Arrangeur stammte auch der Streifzug durch fünf Hits von Frank Sinatra, dessen „My Way“ der kenntnisreiche Moderator Oliver Hart zu einem humorvollen Hinweis auf das folgende Programm nutzte. Hell und klar bliesen die Flöten und Klarinetten die Melodie von Leonard Cohens „Hallelujah“ vor dem getragenen Sound des Orchesters. Statt der Oboe setzte der Dirigent Lang in „Gabriels Oboe“ von Enrico Morricone das Sopransaxofon Harts ein. „Palladio“ aus der 1966 geschriebenen Suite von Karl Jenkins erklang mit steigernder Intensität und kraftvollem Klang. Die Melodien aus dem Film „Im weißen Rössl“ stießen in dem zumeist älteren Publikum auf volle Zustimmung. Viele Zuhörer klatschten begeistert mit.
„Spiritual Contrasts“ verband die religiösen Songs der Farbigen und deren Geschichten aus dem Alte n Testament. Songs von „Just a little bit closer“ und „He’s got the whole world in his hand“ interpretierten die Musiker auf einfühlsame Weise. Neil Diamond und Tom Jones ehrte das Schott Werksorchester mit Eric Morenas Arrangement von „Gentleman of Music“.

Die Erste Vorsitzende der Singakademie, Dagmar Balewski, erinnerte daran, dass der Erlös für die Erhaltung der 1904 erbauten Sängerhalle dient. Der Bau war dank einer großzügigen Spende des nach Amerika ausgewanderten gebürtigen Saulheimers Friedrich Weyerhäuser entstanden.

Ein Bericht von Klaus Mümpfer aus der Allgemeinen Zeitung vom 15. Oktober 2018. Um zum Original des Artikels zu gelangen klicken Sie bitte hier.

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